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Probanden gesucht: Studie des TRM Leipzig zu neuartiger Therapie von Multipler Sklerose

Probanden gesucht: Studie des TRM Leipzig zu neuartiger Therapie von Multipler Sklerose

Forscher des TRM Leipzig prüfen Wachstumshormon auf Sicherheit für Patienten

Ein bekanntes Medikament künftig auch bei der Behandlung von Multipler Sklerose zu nutzen – das ist das Ziel von PD Dr. Florian Then Bergh und Dr. Barbara Ettrich. Mit Unterstützung des Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig führen die Neurologen derzeit eine Pilotstudie am Universitätsklinikum Leipzig durch. Im Mittelpunkt steht die Frage: Ist das Medikament – ein rekombinantes humanes Wachstumshormon – für die Regeneration von Nervenzellen bei Multipler Sklerose geeignet? In einem ersten Schritt wird das Wachstumshormon auf seine Sicherheit für die Probandinnen und Probanden geprüft. Die ersten Ergebnisse zeigen: Das Wachstumshormon ist sicher in der Anwendung bei ausgewählten MS-Patienten. Jetzt werden für diese Studie, die bis zum März 2013 abgeschlossen sein soll, weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem mitteldeutschen Raum gesucht.

In Deutschland sind nach Hochrechnungen rund 130.000 Menschen an Multipler Sklerose (MS) erkrankt. Die Ursachen und die Mechanismen dieser chronischen Entzündung des Zentralen Nervensystems sind bislang nicht vollständig geklärt. Das bedeutet: Die Therapie gilt derzeit vor allem der Reduktion der Häufigkeit und Intensität von Schüben. Parallel suchen Wissenschaftler nach Ansatzpunkten, um die Reparatur der entstandenen Schäden zu fördern.

Eine Chance, jene Zellen, die das Myelin im Zentralen Nervensystem bilden, zum Wachstum anzuregen und somit die Regeneration der Myelinscheiden zu fördern, kann der Einsatz eines rekombinanten humanen Wachstumshormons bieten, das bereits für die Behandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern und Hypophysen-Tumoren bei Erwachsenen zugelassen ist. Somit sind die Neben- und Langzeitwirkungen des Medikaments bereits bekannt und geprüft. In Laborversuchen zeigte sich, dass das Wachstumshormon auch eine positive Wirkung auf die Regeneration der Myelinscheiden haben kann. Gemeinhin schützen diese Biomembranen die Fortsätze von Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark wie ein Mantel und spielen eine wichtige Rolle bei der Reizweiterleitung; doch durch die Multiple Sklerose sind sie derart geschädigt, dass die Betroffenen – zumeist junge Erwachsene – unter Empfindungs-, Seh- und Sprachstörungen sowie Lähmungserscheinungen leiden, die Funktion von Blase und Darm beeinträchtigt sein kann und eine rasche physische und psychische Ermüdung einsetzt.

An den geschädigten Myelinscheiden setzen PD Dr. Florian Then Bergh und Dr. Barbara Ettrich mit ihrem TRM-Forschungsvorhaben an. Der Neurologe und die Assistenzärztin für Neurologie untersuchen im Rahmen einer Patientenstudie, die derzeit an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig in Kooperation mit dem Translationszentrum für Regenerative Medizin Leipzig und Pfizer Deutschland GmbH realisiert wird, die Regeneration von Myelinscheiden bei Multipler Sklerose. „Im Ergebnis geht es darum, ein neues Therapieprinzip für die Multiple Sklerose zu erschließen und dafür ein bereits bekanntes Medikament zu verwenden“, skizziert PD Dr. Florian Then Bergh die Ausgangslage.

Weitere Informationen können Sie hier abrufen (pdf)

Quelle: Pressemitteilung des Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig vom 24.5.11

 

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