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Klinische Studie erfolgreich: Neuer Bluttest zur Früherkennung von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

Leipziger Wissenschaftler haben ein hochsensitives Verfahren entwickelt, mit dem Adenom-Polypen, die an der Entstehung von Darmkrebs beteiligt sind, mittels eines Bluttests nachgewiesen werden können. Ergebnisse einer kürzlich abgeschlossenen klinischen Doppel-Blind-Studie bestätigen die diagnostische Leistungsfähigkeit des Analyseverfahrens. Sie wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Translational Medicine veröffentlicht.

Jeder zwanzigste Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an Darmkrebs. Früh erkannt, ist der Darmkrebs in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar, doch weil er beinahe symptomfrei verläuft, ist die Sterberate sehr hoch. Die Darmspiegelung gilt als die derzeit zuverlässigste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Werden bei der Untersuchung die Auslöser des Darmkrebses, Schleimhaut-Ausstülpungen im Dickdarm (Polypen), gleich mit entfernt, kann das Risiko für die Entstehung eines Kolonkarzinoms drastisch gesenkt werden. Von vielen Patienten aber wird die Darmspiegelung als belastend und unangenehm empfunden. Deshalb sollen vorausgehende Screenings-Tests helfen, Patienten mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebserkrankungen zu identifizieren. Derzeit etablierte Blut- und Stuhl-Tests decken jedoch nur einen Bruchteil der Tumore auf.

Das Leipziger Forscherteam um Markus Franz, Projektleiter am Institut für Klinische Immunologie, und Luis I. Gomez, wissenschaftlicher Leiter der Indago GmbH, arbeitet daher seit mehreren Jahren an der Entwicklung und Validierung eines nicht-invasiven Verfahrens zur Früherkennung von Dickdarmkrebs. Sie haben nun eine neuartige, auf einem Bluttest basierende Screening-Methode entwickelt, mit der Risikopatienten frühzeitig erkannt und einer Koloskopie zugeführt werden können. Dies geschieht durch den Nachweis von Adenom-Polypen des colons.

Mit einer Sensitivität von 72,4 Prozent und einer Spezifität von 62,3 Prozent ist das neue Verfahren hochwirksam und den bisher etablierten Methoden hoch überlegen. Koloskopie und histologische Untersuchung wurden dabei als Standard für die diagnostische Genauigkeit herangezogen.

„Die Kombination der am besten etablierten und risikoarmen Screening-Elemente mit einer validierten, hoch-sensitiven Blutuntersuchung, wie sie in dieser Studie vorgestellt wird, könnte es künftig möglich machen, das Risiko für Kolorektalkarzinom noch vor der Durchführung einer Koloskopie besser zu beurteilen“ sagt Luis I. Gomez.

Die Studie der Indago GmbH wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische Immunologie und dem Translationszentrum für Regenerative Medizin der Universität Leipzig durchgeführt. Sie wurde finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Fachveröffentlichung:
Detection of colon polyps by a novel, polymer pattern-based full blood test.
Markus Franz, Matthias Scholz, Ilka Henze, Stefan Röckl and Luis I Gomez 2013. Journal of Translational Medicine 11:278-286

Kontakt:
Luis I. Gómez
Indago GmbH
Deutscher Platz 5a
0341 333877 100
 

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