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Pressemitteilung der GRM, Regenerative Medizin: Innovative Therapieverfahren

Hoffnung für Patienten - Herausforderung für Forschungs- und Gesundheitspolitik

Pressemitteilung der GRM, Regenerative Medizin: Innovative Therapieverfahren

Berlin, Oktober 2008. Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin diskutierten hochkarätige Gäste aus Biotechnologieunternehmen, Verbänden, Forschung und Klinik mit Forschungs- und Gesundheitspolitikern über die Möglichkeiten innovativer Therapieverfahren aus der Regenerativen Medizin. Kritik übten die Anwesenden an falschen Anreizstrukturen im deutschen Gesundheitssystem und den daraus folgenden Schwierigkeiten, mit denen Forscher und Biotechnologieunternehmen in Deutschland zu kämpfen haben.

Die Abendveranstaltung im Internationalen Club im Berliner Auswärtigen Amt eröffnete Dr. Wolfgang Wodarg von der SPD-Bundestagsfraktion. Er betonte das politische Ziel, Gesundheitspolitik müsse diejenigen schützen, die wirkungsvolle Therapien nicht selbst bezahlen könnten: "Zur Verfügung stehen muss das Beste und Wirksamste am billigsten für die, die es brauchen". Die Regenerative Medizin sah er als große Chance, da der medizintechnische Fortschritt neuartige Therapieverfahren hervorbringt, die zum Teil wirksamer und gleichzeitig kostengünstiger sind als herkömmliche Therapieotionen.

Gleichzeitig sei aber die deutsche Gesundheitsinfrastruktur nicht auf innvovative Verfahren wie die Stammzelltherapie und Tissue Engineering ausgerichtet, stellte Prof. Dr. Guido Nikkhah vom Universitätsklinikum Freiburg fest: "Bei der Regenerativen Medizin gibt es eine Lücke zwischen dem vorhandenen Potenzial und den in Deutschland tatsächlichen Möglichkeiten der Umsetzung", sagte der Kliniker. Im Kampf gegen die überbordende Bürokratie in Krankenkassen, Zulassungsbehörden und Universitätskliniken stünden viele engagierte Kollegen allein da. "Wir haben das Wissen, die Erfahrung, die Innovationen. Wir brauchen zur Freisetzung aber bessere Rahmenbedingungen", so Prof. Nikkhah weiter.

Aus Sicht deutscher Biotechnologieunternehmen sagte Dr. Eberhard Lampeter, Vorstandsvorsitzender der Vita 34 AG: "Wenn Produkte aus der Stammzellforschung auf den Markt kommen und zugelassen werden, sind sie auf die Erstattung durch die Krankenkassen angewiesen". Durch die mangelnde Eigenverantwortung auf dem deutschen Gesundheitsmarkt könnten die Patienten nicht zum Innovationsmotor werden, wie das in anderen europäischen Ländern der Fall sei, so Dr. Lampeter in seinem Statement.

Prof. Dr. Konrad Kohler, Koordinator des Zentrums für Regenerationsbiologie und Regenerative Medizin der Universität Tübingen und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin, und Prof. Dr. Heike Mertsching, Wissenschaftliche Sprecherin der Gesellschaft, stellten klar heraus, dass eine der größen Hürden hin zu mehr innovativen Therapieverfahren die Übersetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung sei. Prof. Kohler forderte daher auch mehr Einsatz bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen: "Wir benötigen dringend den Transfer von universitärer Grundlagenforschung in medizintechnische Produkte und Unternehmen und den anschließenden Rückfluss in die Kliniken, sonst bleibt die Regenerative Medizin ein Randthema".

Dem stimmte auch Michael Kretschmer, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zu: "Auf Seiten der Forschungsförderung investieren wir strategisch und setzen einen Schwerpunkt in der Regenerativen Medizin. Nun müssen wir auch die Refinanzierung von Regenerativen Therapien durch die Krankenkassen angehen." Das deutsche Gesundheitssystem verwalte aber derzeit eher den Mangel, als wichtige Zukunftsentscheidungen zu treffen.

Auch die forschungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Cornelia Pieper, sah hier Handlungsbedarf und forderte "ein Innovationsprogramm mit einem Schwerpunkt Regenerative Medizin, um mehr Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung und die Markteinführung biotechnologischer Produkte zu bringen". Man müsse nun endlich die ideogischen Scheuklappen ablegen und den Blickpunkt auf die Chancen der Regenerativen Medizin lenken. Frau Pieper forderte eine Gesundheitsreform mit den Eckpunkten der Pflicht zur Basisversicherung für jeden - aber auch für mehr Eigenvorsorge. Sie wies darauf hin, dass gerade diese Punkte zukünftig eine wichtige Grundvoraussetzung für die Finanzierung innovativer Therapieverfahren der regenerativen Medizin durch die Krankenkassen sind.
 
Prof. Dr. Frank Emmrich, Leiter des Translationszentrums für Regenerative Medizin in Leipzig, forderte nach den erfolgreichen Anstrengungen hin zu mehr Investitionen in den zukunftsträchtigen Forschungsbereich nun eine "Anschubfinanzierung bei der Markteinführung, ähnlich der, die bei den Regenerativen Energien zum Erfolg geführt hat".
 
Ulrike Schwemmer, 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin, schloss die Diskussion mit einer Aufforderung an alle Beteiligten, gemeinsam - Politik, Biotechnologieindustrie, Forschung und Klinik - weiter konsequent an einem Strang zu ziehen: "An die Erfolge, die wir bei der Forschungsförderung und bei der Liberalisierung der Stammzellgesetzgebung erreicht haben müssen sich Fortschritte bei der Markteinführung medizinischer Produkte aus der Stammzellforschung und dem Tissue Engineering und die Behauptung der deutschen Spitzenposition auf dem Gebiet der Regenerativen Medizin anschließen."

Kontakt
Deutsche Gesellschaft für Regenerative Medizin e.V.
Laubestraße 34
60594 Frankfurt am Main

Ulrike Schwemmer, 1. Vorsitzende
Tel.: +49 (0) 69-61995119
Fax: +49 (0) 69-623617
Email: schwemmer@grm-aktuell.de

Christiane Sommermeier, Assistentin des Vorstands
Tel.: +49 (0) 30 3150 6866
Email: media@grm-aktuell.de
Internet: www.gesellschaft-regenerative-medizin.de
 

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